Facebook Instant Articles

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Gepostet von Claudia Simon in Social Media

Instant Articles – Zu erkennen sind diese Artikel auf den Facebookseiten durch den kleinen Blitz rechts oben im Artikelbild. Es ist jedoch so viel mehr. Manchmal ertappe ich mich schon dabei nur Artikel mit dem kleinen Blitz auszuwählen um schneller zu lesen. Hat Facebook trotz aller Kritik erreicht was wir Leser wollen und welchen Vorteil haben die Verlagshäuser?

 

Die neue Art der Onlineberichterstattung – Was ist das genau?

Ein Instant Article ist ein HTML5 Dokument und verwendet eine standardisierte Sprache (ähnlich dem XML). Es ist eine geschlossene Technik von Facebook, die nur innerhalb des Social Networks funktioniert. Facebook lädt die entsprechenden Artikel per sicheren RSS Feed mit allen Inhalten vorab auf die eigenen Server, dadurch wird die Ladezeit zehnmal so schnell wie bisher. Die Instant Articles werden nur auf mobilen Endgeräten angezeigt und sind für ein schnelleres Lesen und somit einfacheres handling gedacht. Jedoch beschränkt sich das Angebot auf die Betriebssysteme Android und iOS.

 

Woran erkenne ich diese Instant Articles?

Zu erkennen sind diese auf den Facebookseiten durch den kleinen Blitz rechts oben im Artikelbild. Optisch ist es somit kaum von dem normalen Publikationen zu unterscheiden, das Layout legt der Publisher im eigenen Facebookmanager fest, hier sind fast keine Grenzen gesetzt. Bildausschnitt Instant Articles Blick Blog

 

Was passiert vorab?

Im Content Management System (CMS) wird der Content wie gewohnt eingepflegt und steht somit für alle Wege der Publizierung bereit ohne zusätzlichen Aufwand zu machen. Der verantwortliche Redakteur stellt den gewünschten Artikel im CMS für den Abruf von Facebook zur Verfügung. Facebook importiert diese Artikel automatisch ca. alle 3 Minuten und publiziert dann den Content über die gewünschte Facebookseite des Unternehmens. Dabei erfolgt natürlich ein Abgleich, es wird kein doppelter Inhalt veröffentlicht und Änderungen in schon publizierten Artikeln werden automatisch übernommen. Nicht jedes CMS hat hier eine vorhandene Schnittstelle, dabei können wir natürlich sehr gern helfen und beraten.

 

Wo ist die Werbung platziert?

Werbung kann natürlich weiterhin eingebunden werden, das erfolgt in Absprache mit den internen Werbefirmen und die Erlöse darf der Publisher selbst behalten. Wird eine Onlineanzeige durch Facebook organisiert und eingebunden, reicht Facebook 70% der Erlöse an die Medienhäuser weiter.

 

Welchen Vorteil hat diese neuen Form des Publizierens?

Genau dies ist immer wieder in der Diskussion, zum einen soll so das Lesen und Aufrufen vereinfacht werden um dann auch die Artikel schneller zu teilen, aufzurufen und dann auch zu kommentieren. Ein Ausbau der Reichweite und die Verbreitung des Contents stehen an erster Stelle. Der wichtige Traffic fehlt auf der eigenen Webseite und hier kann und muss eine gute Anbindung an die Analysetools erfolgen. Facebook ermöglicht eine eigene Analyse im Facebookmanager und auch IVW Online veröffentlicht seit Kurzem die wichtigen Zahlen, die bekannten Zählpixel müssen dafür natürlich in Instant Articles hinterlegt sein. Dies bezieht sich sowohl auf Artikel, Bilderstrecken und Videos. Das ist ein wesentlicher Schritt für die Akzeptanz dieser Technik.
Die IVW schreibt:

„In der monatlichen IVW-Ausweisung wird dann die gemessene Nutzung Ihrer über AMP und Instant Articles verbreiteten Inhalte in Summe mit den unter der URL Ihres Angebots ermittelten Nutzungszahlen veröffentlicht.“

ethinking Instant Articles Mockup

 

Facebook liefert außerdem die Nutzungsdaten der Instant Articles:

Wie oft wurde er geöffnet?
Wie weit haben die Nutzer in dem Artikel gescrollt?
Wie viel Zeit haben sie mit dem Artikel verbracht?

 

Wir haben tolle Projekte mit den Instant Articles umgesetzt und uns sehr viel damit beschäftigt. Ringier nutzt das für den Blick und bestätigt die unkomplizierte Umsetzung ohne die internen Abläufe zu unterbrechen.

Mein Fazit ist, es bleibt eine Frage der Perspektive. Vielen Lesern ist die Herkunft Ihrer Information unwichtig, so lange sie relevant und richtig ist. Für Verlage sind die Instant Articles eine Möglichkeit, dass ihre Artikel intensiver genutzt und häufiger geteilt werden. Dieser Vorteil wird damit bezahlt, dass weniger Leute von Facebook aus auf Ihre Website kommen. Trotzdem, schon jetzt erreichen zwischen 60 und 80 Prozent der Nutzer über Suchmaschinen und soziale Netzwerke die Webseiten bekannter Publisher, Tendenz steigend. Manchmal ertappe ich mich schon dabei nur Artikel mit dem kleinen Blitz auszuwählen um schneller zu lesen. Hat Facebook trotz aller Kritik erreicht was wir Leser wollen und bietet somit echten Mehrwert für Sie als Publisher?

Liebe Grüße vom Hackeschen Markt
Claudi

 

17 Feb 2016

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