Google Accelerated Mobile Pages

google amp mobile
Gepostet von Claudia Simon in Accelerated Mobile Pages

Google AMP: Accelerated Mobile Pages – Beschleunigte mobile Websites sollen dabei helfen, die Ladezeiten von Websites auf mobilen Endgeräten zu verbessern. AMP ist Teil der „Digital News Initiative“ (DNI), einer Medienförderungsinitiative von Google und ein kleiner Blitz lässt auch hier wieder die versprochene Schnelligkeit erkennen. Funktioniert es wie Facebook Instant Articles und was genau steckt dahinter?

 

Was ist das genau?

Rein technisch wird eine spezielle HTML-Variante, die Google AMP HTML getauft hat, genutzt. Ein weiterer Bestandteil ist die Einschränkung von Javascript. Javascript ist essentiell für interaktive Webelemente, kann aber auch den Aufbau einer Seite stark ausbremsen. Durch die Limitierung bestimmter Elemente einer Website wird das Lesen bereits während des Ladevorgangs ermöglicht und auf Googles Cache-Servern werden die Inhalte noch einmal optimiert. Bilder werden für die entsprechenden Displaygrößen angepasst. Durch die Verkleinerung der Websites können Seiten nach Angaben von Google vier Mal schneller als mobiloptimierte Seiten geladen werden und verbrauchen nur ein Zehntel des Datenvolumens.
Um AMP zu nutzen, muss eine alternative Version ihrer Website erstellt werden. Anders als bei Facebook Instant Articles bleibt der Website Betreiber stets im Besitz der Inhalte, da diese auf den eigenen Servern verbleiben. Google speichert lediglich eine Cache-Datei eines Artikels auf die eigenen Server.

 

Woran erkenne ich diese Accelerated Mobile Pages?

Erreichbar sind die Artikel über die mobile Suche im Browser, in einem Karussell oberhalb der regulären Ergebnisse werden AMP Artikel mit einem Blitz-Symbol angezeigt.Google AMP Blogbild n-tv

 

Was passiert vorab?

Im Content Management System (CMS) wird der Content wie gewohnt eingepflegt. Durch ein PlugIn oder einen separaten View wird die Artikel-URL nach den Vorgaben von Google AMP konfiguriert, Google erkennt die bereitgestellte URL und nutzt die Artikel für das News Karussell. Hier stehen wir Ihnen gern beratend zur Seite.

 

Wo ist die Werbung platziert?

Jede Seite, die AMP nutzt, kann weiterhin ihr eigenes Werbenetzwerk und jegliche Werbeformate nutzen. Werbeanzeigen dürfen jedoch die User-Experience für den Leser nicht beeinträchtigen. Darüber hinaus werden auch Subscription Serivces und Paywalls unterstützt. Google hat jedoch Partnerschaften mit zahlreichen technischen Dienstleistern geschlossen, die Lösungen für AMP-gerechte Werbeformate entwickeln sollen.

 

Welchen Vorteil hat diese neuen Form des Publizierens?

Mit AMP will Google die Leser zufriedener machen und die Inhalte in den Vordergrund holen. Das Mantra ist daher: „Content ist King, UX ist Queen.“ Dieser im Grunde einfache Ansatz soll es ermöglichen Nutzern Content schnell, leicht und übersichtlich bereitzustellen, ohne dass nervige Ladezeiten und Werbung ablenken. Sind News-Artikel schneller aufgebaut, können User schneller lesen und mehr konsumieren, was auch den Publishern nur recht sein kann. Die IVW online wertet seit kurzem auch diese Daten aus und trägt zur Erweiterung der Nutzung bei.

Mein Fazit ist, im Vergleich zu den Instant Articles geht es im Prinzip um das Gleiche: Die Inhalte schneller auf Smartphones bringen. Anders als Instant Articles gibt es keine Beschränkung auf das Betriebssystem des Handys und ich bewege mich nicht im Sozialen Netzwerk Facebook. Die Auswahl an Meldungen ist somit offen und nicht auf mein Profil reduziert. Das Aufrufen des Contents erfolgt ebenfalls erfreulich schnell und innerhalb des Karussells kann ich als Leser mit einem Fingerstreich den AMP Artikel eines anderen Publishers öffnen und habe den Eindruck, dass ich in einer eigenen Contentwelt bin mit viel Auswahl zum gleichen Thema.
Die Einschränkungen, dass zum Beispiel die Programmiersprache Javascript nur eingeschränkt nutzbar ist, welche essentiell für interaktive Webelemente ist, dürfte allerdings entscheidend sein und der angesprochene Ausbau an Werbemöglichkeiten für die Verlagshäuser ist somit unumgänglich.

Wir haben bereits tolle Projekte mit Google AMP umgesetzt und beraten oder unterstützen Sie gern auch in Ihrem Projekt. Für den Ringier Verlag haben wir Google AMP für das Portal www.blick.ch umgesetzt. Gemeinsam arbeiten wir an einen Erfahrungsbericht und werden diesen hier gern bereitstellen.

Liebe Grüße vom Hackeschen Markt
Claudi

(Bildquelle: Google)

10 Apr 2016

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